Mallorca Marathon 2008

TUI Marathon Palma de Mallorca



Am 19.10.2008 fand in der Urlaubshochburg Palma de Mallorca zum bereits 5. Mal mit dem TUI Marathon Palma de Mallorca eine recht interessante Laufveranstaltung statt. Wer seine Triathlon- oder Laufsaison nicht bei einem der oft kühlen deutschen Marathons ausklingen lassen möchte, hat nach knapp zwei Stunden Flugzeit auch eine etwas wärmere und durchaus anspruchsvolle Alternative.

Mit Kind und Kegel bin ich daher eine Woche vor dem Lauf in München in den Flieger gestiegen, um nochmal eine Woche Urlaub bei sommerlichen Temperaturen um 26 Grad und sogar einigen Abstechern ins Mittelmeer zu machen. Sportlicher Höhepunkt der Urlaubsreise waren aber nicht die doch recht kurz gehaltenen Schwimmeinheiten, sondern der Marathonlauf durch die Inselhauptstadt, der beim lokalen deutschen Radiosender schon die ganze Woche das Programm beherrschte. Man spricht deutsch in Mallorca und so hätte der Marathoni (wahlweise auch Halbmarathoni, 10km-Läufer oder Kids Runner) bei den jeweiligen Starts auch den Eindruck gewinnen können, in der Heimat zu sein, wären da nicht morgendliche 25 Grad und ein fantastischer Meerblick gewesen.

Der Marathon läßt sich in drei Einheiten unterteilen. Die ersten flachen und schnellen 11 km führen am Hafen entlang bevor der Läufer bis zum Erreichen der Halbmarathonmarke in den teilweise extrem verwinkelten Gässchen der Altstadt auch ein paar Höhenmeter sammelt. Die vielen Häuser spenden zwar Schatten, lassen aber so etwas wie Laufrhythmus nicht zu. Nach 21 km teilt sich der Marathon vom Halbmarathon, dessen Läufer dann ins Ziel einbiegen dürfen. Ab diesem Punkt war ich plötzlich alleine, bis zum Ziel sah ich von den 1223 Finishern genau noch 2 “Kollegen”. Etwa 10 km führt die Strecke nach El Arenal, bevor beginnend ab km 30 die lange “Zielgerade” entlang der Strandpromenade bis zum Ziel an der Kathedrale “La Seu” in Palma de Mallorca zu bewältigen ist. In diesem dritten Teil ist die Strecke weitgehend flach. Allerdings brannte die inzwischen hochstehende Sonne bei 27 Grad und zusammen mit einem flotter als das Lauftempo erscheinenden Wind hatte das Finish etwas Flair von Hawaii. Verpflegungsstationen gab es ausreichend, allerdings – und das ist das einzige Manko dieser wirklich gut organisierten Veranstaltung – meistens nur mit Wasserflaschen und ein paar wenigen isotonischen Getränken. Zu wenig für diese schwierigen Bedingungen, was die deutlich schlechteren Zeiten im zweiten Halbmarathon vieler Teilnehmer zeigen.

Fazit: Wer Urlaub mit Marathon verbinden möchte und nicht auf eine neue Bestzeit aus ist, sollte diesen schönen Insellauf unbedingt in Erwägung ziehen. Im fünfjährigen Bestehen war diese Auflage die heisseste, was auch die wenigen Finisher unter 3 Stunden erklären kann. Dem Motto des Veranstalters folgend soll dieser Lauf auch nicht der schnellste Marathon sein, sondern einer der schönsten. In der Spitze etwas dünn besetzt ist dementsprechend die Chance auf eine gute Platzierung nicht schlecht. Ich persönlich hatte nach mehreren Ironman-Wettkämpfen die Marathondistanz etwas unterschätzt und mich ernährungstechnisch nicht optimal vorbereitet. Daher musste ich die letzten Kilometer mehr leiden, als mir lieb war. Dennoch konnte ich mit 2:44:22 h und einem 4. Platz in der Gesamtwertung zufrieden ins Flugzeug nach München steigen.
Martin Joost


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