Köln Marathon 2006

10. Ford-Köln Marathon, Sonntag, 08. Oktober 2006

Wir sind dabei! Andrea, Petra und Andy. Unser erster Marathon!





2006 ist unser Lauf-Jahr. Vom Sonthofer Citylauf mit 6,4 km über den Oberstdorfer Gebirgstälerlauf mit 21 km, unsere Laufleidenschaft ist geweckt. Da gibt es nur eine Steigerung: einen Marathon. Aber wo? Und wie? Nach Überlegungen und Vorplanungen ist es entschieden: Köln soll es sein. Also los, 16- Wochen Training (nicht immer sooo schön)



Dann kommt endlich der mittlerweile schon heiß ersehnte Anreisetag:

Samstag, 07. Oktober, Abfahrt 6:30 h – Ankunft: 13,30 h – Check in im Hotel,

leichte Aufregung kommt bei uns auf.

Deshalb sofortiges Aufsuchen einer U-Bahn Richtung Deutz, damit alle Formalitäten

erfolgreich abgeschlossen werden können: Köln-Messezentrum mit Marathonmesse,

(Super-informativ, tolle Kulisse, anstrengend und viele, viele Menschen….)

Anstehen zur Abholung des Kleiderbeutels, der Startnummer, des Chips und….

Empfang der psychischen Last….. (schweres Herzklopfen kommt auf)



Sonntag, 08. Oktober, Kampftag:

Henkersfrühstück im Hotel. Aber was frühstücken Sportler mit flauem Gefühl im Magen?

Machen wir alles richtig? Was ziehen wir Mädels bei heutigem Wetter letztendlich an?

Wo verstauen wir unsere Power-Gels? Wann fahren wir nach Deutz? Haben wir an alles gedacht? Fragen kommen auf!

Endlich: Fahrt zur Deutzer Brücke: Menschenmassen sind bereits unterwegs und auch schon vor Ort: Überall langes Anstehen, wenig Leitinfos sind zu finden, die Orientierung fällt schwer.

Aber die Zuschauer haben hier in Köln schon morgens richtig Party-Stimmung. Das hebt auch unser flaues Magen-Gefühl kurzfristig an. Die Sonne scheint und ein frischer Wind weht,

aber egal…

Wir geben unseren Kleidersack ab und suchen unseren Startblock. Hier lässt sich schnell Kontakt zu anderen Läufern knüpfen, damit wir alle unseren Platz finden.….

Wir bekommen nun tatsächlich mehr Informationen durch die schon erfahrenen Marathonis.

Das WDR-Fernsehen zeichnet auf und motiviert mit flotter Karnevalsmusik zum Mitsingen sowohl das Publikum als auch uns Läufer. Inzwischen warten wir in unserem Block bereits eine Stunde. Es ist „saukalt“, einlaufen ist aus Platzgründen leider nicht möglich und somit müssen wir die Zeit mit frieren oder tanzen verbringen. Glücklicherweise heizen die Moderatoren immer noch weiter alle an. Das Warten bis der eigene Block startet, ist endlos. Wir stehen alle drei in vorderster Front, dann, mit Verspätung, werden auch wir losgelassen…



Die Masse verteilt sich relativ schnell, die Strecke ist gut ausgeschildert, jetzt schnell den eigenen Laufschritt finden und weiter…..schon leichtes Durstgefühl, erster Versorgungsstand nach km 6: große Freude und Mega-Durst.



Wir sind alle mit einem 6-er Schnitt unterwegs und haben den Halbmarathon in unserer geplanten Zeit geschafft. Euphorie kommt kurzfristig auf, aber dann holt uns die Realität gleich ein.























Ab km 25-30 haben wir alle Schmerzen von der Hüfte bis zu den Füßen. Keine Lust mehr!

Doch die Freude und Unterstützung der Zuschauer, ihre persönliche Ansprache an uns,

das anfeuern aller bis zum Schluss, egal wer welche Leistung bringt, die Musikgruppen am Straßenrand, maskierte Menschen, die ausgelassene Partystimmung in der ganzen Stadt,

all das trägt uns über die Zeit hinweg.

Tolle Plakate und Banner sind überall am Straßenrand zu sehen, die uns von unseren Gedanken und körperlichen Befindlichkeiten ein wenig ablenken.

Aber wo sind die Zeitläufer?

Wir sehen nur einen einzigen Läufer mit einem T-Shirt mit Zeitaufdruck. Ist er das?

Gibt es wirklich Busse, die kraftlose Läufer einsammeln? Wenn ja, wo?

Wir bekommen unsere Fragen nicht beantwortet.



Die letzten 10 km sind jedem von uns sehr bewusst im Kopf. Keiner ist die 42,195 km jemals vorher komplett gelaufen. Aber ab jetzt ist jeder geschaffte km ist ein

kleiner persönlicher Sieg.

Km 40 – Domplatte Köln erreicht. Hier tönt aus dem Dom tragende Orgelmusik.

Es bringt eine erhebende Stimmung unter die Läufer und gibt irgendwie nochmals

einen Motivationsschub.

Die letzten km liegen vor uns: zusammenreißen, versuchen eine gute Figur zu machen

und durch- Deutzer Brücke im Blickfeld- das Ziel rückt näher…

Die Schmerzen sind wie weggewischt, der ganze Druck fällt ab,

große Freude und Glücksgefühle kommen auf,

wir sind im ZIEL !!!!!!

Wir bekommen unsere hart erkämpfte Medaille und...unseren Plastikumhang zum Wärmen.



Danach ist wieder Anstehen und Suchen sämtlicher Räumlichkeiten und Stände angesagt, aber egal, wir gönnen uns ein wohlverdientes Erdinger-Weißbier (natürlich Alk-frei) mitten in Köln!

Abends zu unserer persönlichen After-Run-Party, bei einem kühlen Kölsch, lassen wir den Tag nochmals Revue passieren, die Schmerzen lassen auch langsam nach

und es formt sich bereits ein Gedanke:

das war sicher nicht unser letzter Marathon-Lauf!



Es ist und bleibt ein tolles Erlebnis!


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