Barbara und Andreas haben uns einen Artikel von Ihrem letzten Trail-Event geschrieben:
st.wendel city-night-sprint 1.oktober 2010 [and]
fast verschlafen unser hotel liegt extrem günstig. keine 20 meter von der startbox weg. so kann ich mich am spätnachmittag noch gemütlich aufs zimmer legen, um etwas zu entspannen. ich komm wieder zu mir, als ich speaker svens stimme höre, wie er die ersten starter ins rennen schickt. ich habe die nummer 50, gestartet wird im abstand von 15 sekunden. das heisst sich jetzt zu sputen. zum glück habe ich meine laufklamotten schon an. ich brauch nur noch schuhe, die startnummer, ein schluck wasser und raus geht’s. ich bin noch ganz schön neben mir und versuch mich durch hüpfen und zappeln etwas wacher zu bekommen, dann werd ich auch schon auf die strecke geschickt. gleich zu anfang geht es hoch. die strecke ist ein erstaunliches auf und ab, hier um die ecke, dort über eine wendeltreppe, kopfsteinpflaster, durch eine mit fackeln beleuchtete passage. alles dabei. schon nach der ersten kurve bin ich allein für mich, kann also nicht einfach hinterher traben, sondern muss aktiv nach der wegführung ausschau halten. von hinten kommt erst auch mal keiner. hatte mir das hier nicht so einsam vorgestellt. die zweite hälfte der strecke führt uns durch zwei grünflächen über baumstämme und strohballen – naja, die strohballen wirken jetzt etwas zwanghaft, sonst ist der parcour super spannend und anstrengend und obwohl es nur gute 3km sind, wünschte ich mir km schilder (oder besser 100m schilder). wie weit ist es noch? durchziehen und eingehen oder druck rausnehmen und durchkommen? jetzt rauscht auch noch hans an mir vorbei – und der ist einige nummern hinter mir gestartet! er läuft zwar aufs masterpodest, aber das kann man ja noch nicht wissen. also erstmal frustriert druckrausnehmen. andererseits glaube ich jetzt die kurve vor uns wiederzuerkennen und wenn wir jetzt rechts abbiegen, müsste es richtung ziel gehen – oder? ja tut es, also endspurt. der geht jetzt wieder ganz gut, ist nur zu kurz. mist. hätte ich doch durchgezogen ...
spiemont trail 2.oktober 2010 [bar]
nach dem citysprint von gestern gibt es heute die lange aufgabe zu meistern: 31km durch die wälder von st.wendel. die letzten tage waren nass, das wird auf den versprochenen trails sicherlich spannend. andreas verzichtet heute auf den start. sein fuss macht leichte probleme und er möchte den start in athen ende des monats nicht riskieren. weise entscheidung, wenn auch nicht leicht. das wetter ist durchwachsen. wird es trocken bleiben oder doch noch regnen ? die temperaturen sind mit 12° bis 14° jedenfalls ideal. punkt 12h fällt der startschuss. etwa eineinhalb kilometer laufen wir durch st.wendel, dann geht es bei der wendelinus-kapelle in den wald. schon der erste trailabschnitt verspricht einiges für die kommenden kilometer. schmal, schlammig. am ersten steilen hügel nach zwei kilometern werden die meisten läufer zu ambitionierten wanderern. wir überqueren eine grosse wiese am missionshaus und tauchen in die wälder ein. und dann : was soll ich sagen ? trails vom allerfeinsten ! wanderwege wechseln sich ab mit pfaden und trampelspuren durch's unterholz. bachtal hinunter, waldhügel rauf. springen über baumstämme und bachläufe, jede menge schlammige pfützen. glitschige lehm- und holzstufen. nur kurz zwischendurch legen wir ein paar meter auf forstwegen zurück und gleich geht’s wieder nach links oder rechts in den wald. kurze, teils giftige anstiege, seenlandschaften aus schlamm und schmuddelwasser, steile rutschbahnen aus lehm und dreck. an ruhiges laufen im rhythmus ist nicht zu denken. zwischendurch regnet es wohl auch mal ein bisschen, aber hier im unterholz fällt eh genug wasser von den bäumen. es ist wunderbar. so viel trail auf einmal ist mir bisher noch nicht untergekommen. und dazu diese traumhaften wälder. aber es ist anstrengend. meine sprunggelenke fühlen sich nach drei stunden schlammtrails ähnlich müde an wie nach zwei tagen sand. für andreas wäre dieser lauf der absolute traum gewesen. nach etwa dreieinhalb stunden verlasse ich die wälder wieder und laufe die letzten kilometer durch st.wendel. müde, feucht, verdreckt und sehr, sehr zufrieden ! bosenbergtrail 3.oktober 2010 [and.bar]
[bar] am dritten tag stehen andreas und ich wieder gemeinsam im startblock. das wetter ist heute wunderbar, ein goldener oktober-tag. die ersten meter aus st.wendel hinaus sind die selben wie am tag zuvor. bis zur grossen wiese oberhalb vom missionshaus stapfen wir im schlamm von gestern. schön, dass ich das heute mit meinem mann zusammen erleben kann. dachte ich mir. denn bereits am ersten berg machen sich die 31km von gestern bei mir deutlich bemerkbar, während andreas locker bergauf läuft. nun gut, dann doch kein gemeinsamer lauf.
[and] heute bin ich wieder am start. der rechte fuss ist dank tape|bar professionell verklebt und fühlt sich gut an. mal sehen wie weit es gut geht. gut gefrühstückt stehen wir auf dem marktplatz in st. wendel. die ersten drei kilometer legen wir unspektakulär auf asphalt zurück. dann geht es doch recht zügig über forststrassen auf einen rutschigen waldweg. alles noch zum warmlaufen. der ganze erste anstieg ist leicht zu laufen.
[bar] bergab wird’s ruppig. einfach mal dirretissima den waldhügel runter. eine läuferin vor mir fängt an zu humpeln. umgeknickt ? nein, es geht schon, die antwort. tatsächlich wird sie mich gegen ende noch überholen. bergab geht’s gut, auf der ebene läuft's einigermassen, nur bergauf geht heute nicht mehr viel. über den tiefenbachpfad arbeiten wir uns wieder nach oben. steile stufen aus holzbohlen und lehm lassen die beine jubilieren … und an jedem absatz stehen ein paar der wenigen zuschauer und feuern an. uff !!!
[and] ab der ersten verpflegung beginnt dann der eigentliche trail. über wiesen, halb zugewachsene forstwege, waldpfade und trampelpfade geht es weiter. teilweise frage ich mich, ob das hier überhaupt ein weg ist oder nur kurz trassierband durchs unterholz gelegt wurde. herrliche pfade, die sich im slalom um bäume winden, wechseln sich mit schlammigen teilstücken ab. ich fang gar nicht erst an um die vermeintlichen schlammlöcher herumzulaufen. gleiche taktik wie im winter: keine richtungsänderung, keine geschwindigkeitsänderung auf schlamm. einfach ungerührt weiter laufen. vielleicht den abdruck nach hinten etwas reduzieren, so kommt man am besten weiter! unvermittelt geht es in serpentinen steil bergab. nur um nach einer bachüberquerung auf sich auf einem ebenso steilel holzstieg auf der anderen seite wieder hochzuquälen. das macht aber spaß, obwohl das ständige auf und ab so langsam an der kondition zehrt. aber es geht schon richtung ziel zurück. diesmal fast im freien fall nach unten. da sind wohl schon einige läufer vor mir durch, so rutschig wie das hier jetzt ist. zum schluss nur noch die 3km vom anmarsch zurück rollen und schon sind wir auf der pasta party.
[bar] andreas ist bereits im ziel, einmal abklatschen und fertig.
fazit : „keep on running“ in st.wendel ist schwer zu empfehlen. trailschuhe mit gutem grip sind allerdings unabdingbar und vielleicht auch ein wenig erfahrung auf schwierigerem terrain.
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