Ironman Hawaii 2007

Nach längerer Hawaii-Pause habe ich mich erneut für die Ironman-Weltmeisterschaft qualifizieren können.

Der Wettbewerb findet auf Big Island, der größten der Hawaii Inseln, statt. In dem ansonsten verträumten Städtchen Kailua, treffen sich immer im Oktober die Créme de la créme der Ironman-Triathleten. Nirgends ist das athletische Niveau so hoch wie hier, nirgends ist der Hype größer. Schon in den Tagen vor dem Wettkampf werden psychologische Schlachten auf hohem Niveau geschlagen. Hier heißt es ruhig bleiben und Nerven behalten. Für mich war das in diesem Jahr zusätzlich schwierig, da mir bis zum Wettkampf so ziemlich alles an Problemen wiederfuhr was ging: Muskuläre Probleme in der rückwärtigen Beinmuskulatur 3 Wochen vor dem Rennen, Schulterverspannungen, Rückenschmerzen. Zusätzlich noch Ärger mit dem Material, und 5 Tage vor dem Rennen hobelte ich mir noch die Spitze der rechten Groß-Zehe an einem Bordsteinkante ab...


Das Schwimmen im Pazifik verlief eigentlich gut, hatte viel trainiert und das Gefühl stimmte auch. Schwimmplatz und Zeit hätten besser sein dürfen, aber hier wird das Rennen nicht entschieden. Neoprenanzüge sind in Hawaii verboten, ich trug über meinem Triathlon-Anzug einen glatten Schwimmanzug um bessere Gleitwerte zu haben... wäre ich sonst noch langsamer gewesen? ;-)


Auf dem Rad hatte ich mir eine konservative Fahrweise verordnet um später stabil laufen zu können. Bin also vielleicht sogar etwas zu verhalten gefahren. 34 km/h sind wenig beeindruckend, selbst wenn man den stetig blasenden Wind bedenkt. 5 bis 10 Minuten schneller hätten möglich sein sollen.


Der Lauf war schwer, aber ich hatte mich entsprechend vorbereitet und bin im Wettkampf sehr konzentriert geblieben was Abkühlung und Trinken anging. In Hawaii gibt es alle Meile (alle 1.6 km) eine Verpflegung, die man bitter benötigt. In jeder Verpflegungszone habe ich Schwämme über dem Kopf ausgedrückt, einen Becher Gatorade (später Cola) getrunken und noch so viele Becher Wasser über den Kopf gegossen wie ich erreichen konnte. So war in der Lage trotz 40°C den Marathon ohne Gehpausen in 3:21 Stunden zu bewältigen, ein neuer persönlicher Laufrekord in Hawaii.


Das Finish war sehr emotional, habe lange darauf hingearbeitet. Wie bei der Qualifikation blieb ich knapp über 10:00 Stunden. Das entspricht in etwa den Zeiten von 1994 (10:05), 1995 (9:55), 1996 (9:46) und 1999 (10:05). In anbetracht meines fortschreitenden Alters sehe ich das als einen Erfolg an.

Hawaii ist und bleibt der ultimative Triathlon. Hier wird diese Sportart gelebt wie sonst nirgendwo. Irgendwann komme ich sicher nochmal zurück. Nächste Saison wird aber erst einmal ein Gang zurück gefahren.

Aloha, Axel


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