Start direkt im Zentrum von Reutte. 9:15 legen die 52km Läufer los. Gerade mal 49 Teilnehmer! Kurz anfeuern, dann ist noch Zeit fürs Dixi. Kleiderbeutel abgeben und um 9:30 geht es für uns auf die 26 km Runde.
Wir laufen recht gemütlich aus Reutte raus. Hinter Mühl unterqueren wir die Strasse und der Lauf beginnt abrupt. Zuerst eine Asphaltrampe zum Urisee rauf, dann auf Forstweg weiter recht steil hoch.
Kurz vor der ersten Verpflegungsstelle bei km 5,3 geht es über einen Wanderweg und über mehrere Stufen zum Teil felsig hinab in einen kleinen Tobel. Am Grund überqueren wir einen Bach und steigen gleich wieder auf der anderen Seite steil hoch. Oben angelangt steht Wasser bereit. Schön.
Danach geht's auf breiten Forstwegen erstmal gemächlich bergab. Später wieder bergauf. Was auch sonst. Zum Teil in weit angelegten Serpentinen. Aber im Vergleich zu den ersten Kilometern alles eher gemässigt. Wir durchqueren ein Hochtal dessen Talboden nur noch aus Schotter besteht. Langsam macht sich ein Durstgefühl bemerkbar. Aber es ist ja nicht mehr weit bis zur nächsten Verpflegungsstelle bei km 10.
Nur Apfelschnitze?!! Kein Wasser!! Die Helfer an der Verpflegungsstelle entschuldigen sich schon bevor man das Fiasko überhaupt mitbekommt. Im ersten Moment bin ich schon sauer. Aber was soll's. Die können das mitten im Wald auch nicht herzaubern. Apfel mag ich keinen, so lauf ich gleich durch und schau mich nach dem nächsten Bach um.
Wir laufen jetzt länger bergab, immer noch auf einer Forststraße, dann steil und steiler bergab. Der Plansee rückt bereits ins Blickfeld als es scharf rechts abgeht. Ein kurzes knackiges Stück bergauf und wir laufen oberhalb des Plansees einen Weg, dersich erstaunlich kurvig durch den Wald schlängelt. Frisches Laub liegt auf dem Boden und immer wieder öffnet sich der Blick auf den herrlich in der Sonne liegenden Plansee. Mit Sicherheit das schönste Stück Weg. Es geht immer wieder leicht bergauf und bergab, bis wir am Hotel Seespitz bei km 17 das Seeniveau erreicht haben.
Kurz vorher allerdings bei km 15 endlich Wasser. Wir sind tatsächlich an keinem Wasserlauf mehr vorbei gekommen und so schütt ich erstmal jede Menge Wasser ab.
Ab dem Seespitz laufen wir kurz auf der Strasse, bis zur Brücke über den See. Hier kann ich auf eine ganze Gruppe von Läufern aufschliessen. Muß aber gleich feststellen, daß die meisten davon nach der Brücke links zum Heiterwanger See abbiegen und die 52 km laufen. Ich lauf rechts entlang des kleinen Plansees.
Aufgrund des recht kleinen Startterfeldes von 121 Läufer auf beide Distanzen ist man doch weite Teile des Laufes für sich selbst unterwegs. Umso mehr spornt es an plötzlich Jemanden ein Stück vor einem auszumachen und sich langsam ranzuarbeiten.
Nach dem kleinen Plansee überqueren wir wieder die Straße und sind bei Verpflegungsstelle 3. Wasser, Iso, Gel, Riegel, Bananen.
Jetzt noch die Stuibenfälle runter. Sakra. Sehr steile Serpentinen. Die ziehen ordentlich rein. Aber gleich darauf wird es wieder einfacher. Wieder mal auf einem Forstweg bergauf. Nach einer Weile jedoch biegen wir recht unvermittelt links auf eine Wiese ab. Neben der Strasse versuchen wir in direkter Linie auf der Bergwiese zwischen Latschen und Gestrüpp bergab zu laufen. Auch das kostet nochmal Kraft. Ist zum Glück auch nur ein kurzes Stück und wir laufen gleich durch ein Schotterwerk und auf der Strasse Richtung Breitenwang.
Das Ziel ist in Sicht! Naja. Die imposant über uns trohnende Ruine liegt tatsächlich ein ganzes Stück höher als unser Ziel die Ehrenberger Klause.
Vom Kreisverkehr auf dem Gehweg nach Kreckelmoos. Uff. Das zieht sich. Dann endlich die nächst Kreuzung. Auch hier wird schon weit vor meinem Eintreffen die Strasse abgesperrt. Das setzt einen fast unter Druck. Nach nicht mal 100 Meter verlasse ich die Straße schon wieder und laufe auf einem Pfad vom Stadion zum Campingplatz. Dann komme ich auf eine kaum befahrene Strasse. Die Klause rückt jetzt wirklich näher. Weit kann es nicht mehr sein. Gleich hinter der Pension Waldrast geht der Weg links ab.
und ich mag es kaum glauben: Verpflegung 4! Bei km 25!
Cola, Wasser, Obst. Ich nehm noch einen Becher und weiter. Dreh mich nochmal um. Von hier aus sieht man ein ganzes Stück die Strasse zurück. Kein Läufer in Sicht. Da kann ich die letzten 800 Meter beruhigt angehen.
Aber die 800 Meter haben es nochmal in sich. Gleich nach der Verpflegungsstelle stehich mitten in einer Rampe im Wald. Da muß ich nochmal die Zähne zusammenbeissen. Auf halber Strecke flacht der Weg kurz ab und ich schau nochmal zurück. Achtung. Da kommen Zwei . Wo kommen die denn her? Ich versuch langsam zu beschleunigen, aber eh ich mich verseh hör ich schon Schritte neben mir. Einer von den beiden zieht in einem Affentempo an mir vorbei. Da hab ich keine Chance. Aber schon sind wir oben. Jetzt noch über den Parklplatz. Gas geben? Nee, der ist weg. Hinter mir ordentlich Luft. Das Ziel ist direkt unter dem Torbogen der Klause.
Geschafft. 2h49.
andreas
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